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Am 13. August wurde gegenüber dem Bonner Hauptbahnhof eine neue Primark-Filiale eröffnet

Damit "begrüßt" die Fair Trade Town Bonn ihre Besucher – nicht gerade ein Aushängeschild für eine Stadt, die sich die Förderung des Fairen Handels auf die Fahnen geschrieben hat, und über eine kommunale Nachhaltigkeitsstrategie zur Umsetzung der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung beitragen will.
 
Anlässlich der Eröffnung des irischen Textildiscounters startete Femnet zusammen mit Bonn im Wandel den Aufruf "Besser leben ohne Primark", an dem sich viele Bonner Organisationen beteiligten. Ca 150 Menschen protestierten vor dem Eingang mit Plakaten gegen das System Primark. An einem Infotisch und über Flyer konnte man sich über die Hintergründe informieren.
Parallel dazu war mit Unterstützung durch das Zentrallager Sachspenden (ZeSaBo) ein Kleider-Tausch- und Verschenkmarkt mit Seconhandkleidung als kostenlose Alternative zum Billiganbieter Primark organisiert worden. Davon machten viele Menschen regen Gebrauch, so dass viele abgelegte Kleidungsstücke neue Besitzer*innen fanden.

50 Jahre Primark – was steckt hinter dem Erfolg?

Wenn Kleidung billig ist, wird mehr davon gekauft. Dies führt dazu, dass die Kleidungsstücke als Wegwerf-Ware betrachtet werden. Gekauft für wenige Euro werden sie nach dem Tragen eher weggeworfen statt gewaschen und durch neue ersetzt – zu Gunsten von Primark: 2018 machte der irische Konzern 975 Millionen Euro Gewinn. Leidtragende sind die Menschen, die unter immer größerem Zeit- und Preisdruck die Kleidung herstellen. Auch Klima- und Umweltschutz bleiben auf der Strecke: ca 1,5 Millionen Tonnen CO2 werden bei der Produktion der Berge von Modeschnäppchen ausgestoßen, die nach oft weniger als zweimaligem Tragen auf dem Müll landen. Und nicht zu vergessen der extrem hohe Wasserverbrauch bei der Baumwollgewinnung: Im weltweiten Durchschnitt werden für die Produktion von 1 kg Baumwolle rund 11.000 l Wasser benötigt (Quelle: Vereinigung Deutscher Gewässerschutz: http://virtuelles-wasser.de/baumwolle.html)

Die folgenden Zitate sind entnommen aus: www.welt.de/wirtschaft/So funktioniert das Modell des Ramschladens Primark, 28.01.2015:
Das Erfolgsmodell von Primark gründet auf Wegwerfmode für eine Saison. Wie andere Textilriesen kann die Kette T-Shirts, Hosen und Jacken nur deshalb so günstig anbieten, weil sie billig in Ländern wie Bangladesh produziert. Doch Primark treibt das Billig-Konzept auf die Spitze: T-Shirts kosten manchmal nur 99 Cent, und eine Jeans kriegt man schon mal für 8,50 Euro.
Die schlanken Verwaltungsstrukturen des Discounters und die riesigen Mengen, die er absetzt, sind dabei allerdings nur ein Teil der Antwort auf die Frage, wie solche Preise möglich sind. Das Primark funktioniert auch deshalb so gut, weil es auf einem äußerst effizienten Personalmanagement fußt – das zumindest hierzulande durchaus fragwürdige Züge annimmt. Nach Informationen der „Welt“ beschäftigt die Kette ihr Personal zu Arbeitsbedingungen, die mindestens moralisch bedenklich, zum Teil aber auch rechtlich angreifbar sind.
Das Unternehmen arbeitet nicht nur mit einem dichten Netz von Überwachungskameras, durch das sich Mitarbeiter nach Angaben von Betriebsräten bespitzelt fühlen. Auch müssen die Angestellten zumindest laut einem Arbeitsvertrag, der dieser Zeitung vorliegt, Diebstahlkontrollen über sich ergehen lassen – was Arbeitsrechtler in dieser Form für problematisch halten.
Betriebsräte bemängeln zudem ein hohes Stresslevel durch die schiere Masse an Artikeln, die pro Tag durch die Läden geschleust werden muss. Obendrein müssen viele Mitarbeiter auf der Basis befristeter Teilzeitverträge arbeiten, was Primark maximale Flexibilität bietet.
 
Die neue Filiale in Bonn soll 180 Menschen beschäftigten, davon aber nur 20 % in Vollzeit. Ein großer Teil der Arbeitsplätze werden Minijobs sein.